Herausforderung Nachtflug
Am letzten Sonntag im Januar gab’s fliegerisch und fotografisch eine Premiere: Nachtflug! Zusammen mit meinem Fluglehrer Norbert Klemm ging es von Bonn/Hangelar nach Essen/Mülheim und zurück nach Köln/Bonn. Aufgabe war es dabei, für einen Beitrag im aerokurier, das Geschehen nicht nur inhaltlich, sondern auch fotografisch festzuhalten. Ich ahnte, dass insbesondere die Aufnahmen im und aus dem Cockpit heraus nicht leicht werden würden. Ich habe die D700 eingepackt, dazu das Nikon AF-S14-24 2,8 sowie das AF-S 24-70 2,8 – zwei lichtstarke Allrounder, angeschlossen an eine Kamera, die auch bei hohen Empfindlichkeiten ein geringes Rauschen garantiert.
Vergleichsweise einfach war die Fotografie in Essen/Mülheim. Mit Stativ und ein paar entfesselten Blitzen konnte ich die Cessna 172 R, Kennzeichen D-EFPB, ordnungsgemäß, wenn auch nicht sonderlich kreativ, festhalten. Eine Piper PA 28 der Flugschule TFC Käufer schulte zudem ein paar angehende Piloten von Air Berlin in der Disziplin. Am Boden ergaben sich dadurch noch ein paar weitere Motive an der Tankstelle und beim Rollen. Letztlich war das aber noch nicht das, was ich für den Bericht im aerokurier brauchte.
Die Gelegenheit ergab sich auf dem Rückflug. Zunächst machte ich ein paar Aufnahmen im Cockpit. Die 14 mm Weitwinkel bei Lichtstärke 2,8 waren Gold wert, denn so konnte ich Instrumente und Pilot zusammen aufs Bild bringen. Mit indirektem Blitz ergab sich bei ISO 3200 und Blende 3,5 eine Belichtungszeit von 1/30 sec. Lang genug, um die Lichtstimmung festzuhalten.
Höhepunkt des Abends war der Rundflug über die Innenstadt Köln, von der Flugverkehrskontrollstelle genehmigt in 1500 ft. Hier konnte ich das Stadtpanorama aus verschiedenen Perspektiven einfangen. Die Eckdaten klingen verrückt und wären vor einigen Jahren mit bezahlbarer Technik noch nahezu undenkbar gewesen: ISO 6400, f 2,8 und 1/10 sec. Der Ausschuss war hoch, doch ein paar richtig gute, möglicherweise einmalige Motive sind dabei.
Klar ist: Die D700 hat gute Arbeit geleistet. Mit meiner bisherigen Ausrüstung hätte ich die Fotos in dieser Qualität nicht machen können.