Geotagging am Mac

 

Wäre es nicht schön, wenn alle digitalen Kameras einen integrierten GPS-Empfänger hätten? Jedes Bild enthielte gleich in den EXIF-Daten die Koordinaten, wo es aufgenommen wurde, ohne dass sich der Forograf um die Technik kümmern müsste. Sicher wäre das klasse, aber leider ist das (noch) Wunschdenken. Nikon bietet unter anderem für die D700 zwar das GPS-Modul GP-1 an, das jedoch passt bei weitem nicht an alle DSLRs von Nikon. Fotos, die ich mit meiner D80 gemacht habe, könnte ich dann nicht “geotaggen”, wie man das Versehen von Fotos mit Geodaten auch nennt.

Das Garmin eTrex Legend HCx schien mir eine gute Lösung zu sein, um die Fotos nachträglich zu taggen. Das Prinzip ist einfach: Das GPS-Gerät ist während der Fotoproduktion eingeschaltet und zeichnet einen Track auf, der sich anschließend am Rechner auslesen lässt. Später gleicht ein Programm die in den Fotos gespeicherten Zeiten mit den Zeiten des Tracks ab und schreibt die passenden Geodaten in die Fotodateien. Damit das funktioniert, müssen die Uhren im GPS und in der Kamera synchron laufen – logisch.   

Wichtig waren beim Kauf für mich folgende Kriterien: Das Gerät musste einen Speicherkartenslot haben, damit es auch längere Etappen aufzeichnen kann. Eine 2-GB-Micro-SD-Karte kostet etwa fünf Euro und kann eine gefühlte Ewigkeit aufzeichnen. Auch ein USB-Port musste drin sein, denn wer hat heute schon noch einen seriellen Anschluss am Computer? Weniger wichtig waren Spielereien wie etwa ein barometrischer Höhenmesser. Schließlich möchte ich damit nicht durch den Himalaya navigieren, sondern einfach nur Fotodaten aufzeichnen. Kurzum, das Garmin eTrex Legend HCx schien meinen Ansprüchen zu genügen. Mit rund 170 Euro war der Spaß nicht ganz billig, aber immerhin dürfte sich damit ein zentrales Problem der Fotografie ein für allemal erledigt haben: Nämlich die Frage, wo dieses oder jenes Bild aufgenommen wurde.

Nach dem Kauf galt es, die passende Software für meine Zwecke zu finden. Nach einigen Versuchen mit Garmins eigener Software Garmin Road Trip und diverser Shareware, bin ich schließlich bei GPSPhotoLinker gelandet. Die Software – es handelt sich um Donationware, das heißt, der Autor freut sich über eine Spende – tut genau das, was man fürs Geotagging braucht. Man verbindet das Garmin via USB mit dem Mac und lädt zunächst den gespeicherten Track auf die Festplatte. Gespeichert wird im GPX-Format, das sich problemlos in Google Earth öffnen lässt. Im zweiten Arbeitsschritt werden die Bilder in GPSPhotoLinker geladen und anschließend mit den Geodaten aus dem eben gespeicherten Track versehen. 

Es empfiehlt sich, gleich die raw-Dateien mit den GPS-Dateien zu versehen, da diese dann auch in die daraus “entwickelten” jpg- oder tif-Dateien übernommen werden.

Wer seine Bilder im Web mit Geodaten präsentieren will, kann beispielsweise das Programm JetPhoto Studio benutzen, welches komfortabel einzurichtende Webgalerien bietet.

Übrigens: Der Empfang moderner GPS-Handhelds ist gigantisch gut. Oft bekommt man sogar in Innenräumen einen passablen Empfang. Bestückt mit zwei AA-Akkus hält das Garmin locker einen ganzen Tag durch.

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Datum: Mittwoch, 18. Februar 2009 23:27
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