AERO 2009: Messefotografie mit schwerem Gepäck
Die AERO 2009 in Friedrichshafen am Bodensee ist seit heute vorbei – neben den redaktionellen Inhalten für den aerokurier sind auch eine Menge Fotos der führenden Messe für Allgemeine Luftfahrt im Kasten. Eine kleine Auswahl der Bilder zeige ich hier.
Messen stellen fotografisch ganz eigene Ansprüche. Das Licht in den Hallen ist oft sehr hart, wenn die grelle Frühlingssonne durch die großen Glasflächen hereinfällt und harte Schatten wirft. Das erfordert Experimetierfreude in der Kombination aus Belichtungsmessung, ISO-Einstellungen und Blitzeinsatz. Mal funktioniert die Matrixmessung ganz gut, ein anderes Mal ist man mit der mittenbetonten Messung besser bedient. Auch die Speichertaste für die Belichtungsmessung entpuppte sich als kostbare Errungenschaft, wenn etwa ein Flugzeug vor hellem Hintergrund richtig belichtet werden soll. Plus- und Minuskorrekturen an Kamera und Blitz sind ebenfalls oft angesagt.
Die Motive sind zwar statisch, dennoch erfordert Messefotografie schnelle Reaktionen. Oft verdecken Menschentrauben das zu fotografierende Flugzeug. Dann heißt es, den richtigen Moment abzupassen, bevor die nächsten Besucher ins Bild rücken. Freilich, Menschen gehören grundsätzlich zum Charakter eines Messefotos ( so empfinde ich das zumindest). Werden jedoch charakteristische Teile eines Motivs verdeckt, stören die Besucher. Immer wieder ärgerlich sind auch die so genannten “Kopf-ins-Cockpit-Strecker”. Kaum hat man alle Einstellungen auf die Lichtverhältnisse im Cockpit angepasst und löst aus, schiebt garantiert ein neugieriger Besucher seinen Kopf ins Bild. Dann heißt es, Nerven bewahren und warten, bis der “Bösewicht”
verschwunden ist.
Erstmals hat das kürzlich erstandene Nikon AF-S 14-24 2,8 seine Qualitäten voll ausspielen können. Ein lichtstarkes Ultraweitwinkel ist auf Messen Gold wert, finde ich. Zusammen mit dem AF-S 24-70 2,8 ist man für die meisten Situationen gewappnet. Das 70-200 2,8 VR habe ich nur selten im Außenbereich eingesetzt, nicht einmal in den Hallen, denn es wären ohnehin stets Menschen zwischen Fotograf und Motiv. Optimal wäre es, zwei Kameras am Start zu haben, um den ständigen Objektivwechsel zu sparen. Ich habe jedoch bewusst auf die D80 verzichtet, da das “Marschgepäck” schon so gefühlte zehn Kilogramm schwer war. Denn meine Hauptaufgabe war es, den redaktionellen Part zu stemmen, Neuheiten in der Ultraleicht-Branche sichten, mit Leuten sprechen und seitenweise Notizen machen.
Ungewohnt war es für mich übrigens, im jpg-Format zu fotografieren. Normalerweise bevorzuge ich raw-Dateien, doch in diesem Fall wären riesige Datenmengen angefallen für Fotos, die ohnehin eher dokumentarischen denn künstlerischen Charakter haben. Man sollte halt das Ergebnis auf dem Display stets kontrollieren, denn allzu viele Korrekturmöglichkeiten bleiben später nicht mehr, wenn Mensch oder Technik danebenhauen. Die Kameraeinstellungen müssen natürlich stimmen: Bildgröße, jpg-Kompression, Farbraum, Bildoptimierung, Schärfe … vieles, was im raw-Format am Rechner erledigt wird, muss bei jpg auf Anhieb passen, will man spätere Qualitätsverluste vermeiden. Dennoch bin ich mit dem Ergebnis zufrieden.
Am anstrengendsten war es übrigens, einen Teil der Messehallen in der Übersicht zu fotografieren. Bewaffnet mit Leiter, zwei Kameras und drei Objektiven habe ich einen Vormittag lang die richtigen Perspektiven gesucht. Und das, wo ich auf Leitern doch unter Höhenangst leide
Den kompletten Messebericht gibt es in der Mai-Ausgabe des aerokurier.