Fotoguide: Bunte Tage auf Kreta
Urlaubszeit, Fotozeit! Keine Frage, auf Kreta war die Nikon-Ausrüstung natürlich mit dabei. Die Insel bietet für jeden Geschmack etwas. Landschaftsfotografen finden wunderschöne Fleckchen Erde, abseits der Touristenpfade finden sich urige Dörfchen. Allerdings ist der Hochsommer nicht ganz einfach. Das grelle Licht macht viele Motive einfach kaputt. Man sollte sich auch darüber im Klaren sein, dass man in den kurzen Momenten des weichen Abendlichts nicht überall gleichzeitig sein kann. Für mich sind es vor allem die unglaublichen Farben, die den Charme der Insel ausmachen. Einen Polfilter sollte man unbedingt dabei haben. Doch wo fängt man an auf einem vergleichsweise großen Stück Land, das man nicht mal eben an einem Tag erkundet?
- Vergleichsweise langweilig sind die meisten Touristenzentren. Souvenirläden, Tavernen, Kitsch und Kunst reihen sich dort aneinander, die Orte sind meiner Meinung nach langweilig und austauschbar.
- Eine der Ausnahmen ist vielleicht das Örtchen Georgioupoli, zwischen Rethymno und Chania an der Nordküste im Westen der Insel gelegen. Hier gibt es eine hübsche Kirche im Wasser, die vor allem im Abendlicht ein nettes Motiv abgibt. Passanten gehören leider dazu. Ganz in der Nähe ist der Kournas See, dessen einzige Besonderheit ist, dass es eben Kretas einziger Süßwassersee ist.
- Interessant wird’s in den Bergdörfern. Hier finden sich schicke Hofzugänge, tolle Farbspiele und freundliche Griechen, von denen sich manche sogar für ein Foto gewinnen lassen. Da mir keine Rechte zur Veröffentlichung vorliegen, verzichte ich darauf, mir fremde Personen zu zeigen.
- Im Südwesten der Insel bietet sich der Strand von Elafonisi als Foto- und Badeziel an. Strahlend blaues Wasser, feiner Sand, aber leider auch eng aufgestellte Sonnenschirme und vergleichsweise viel Betrieb. Wer mag, kann sich mit der DSLR austoben oder einfach ins kühle Nass springen.
- Ein weiterer sehenswerter Ort ist der Palmenstrand von Preveli, der Salz- und Süßwasser vereint. Toller Blick, blaues Wasser und steile Treppen.
- Auf dem Weg von Georgioupoli nach Plakias gibt es einen Parkplatz, von dem aus der schnelle Abstieg in die Kotsifou-Schlucht möglich ist. An der Agios-Nikolaos-Kirche (so heißen sie irgendwie alle
) vorbei geht es hinab zu einem Fluss mit herrlich erfrischendem Wasser und toller Fotokulisse. Das sind sie, die Motive ohne Menschenmengen, da die Mietwagen-Kolonne achtlos vorbei fährt. - Die rund sechs bis sieben Kilometer lange Imbros-Schlucht ist die “kleine Schwester” der Samaria-Schlucht. Obwohl wir die große Schlucht nicht durchwandert haben und der Vergleich fehlt, so dürfte die Imbros-Schlucht etwas weniger bevölkert sein. Fotografisch hat man leider mit harten Licht-Schatten-Kontrasten zu kämpfen und muss oft warten, um ein menschenleeres Motiv einzufangen. Trotzdem ist die Mittagszeit okay, denn bei schräg stehender Sonne dürfte unten gar kein Licht mehr ankommen. Am Ausgang der Schlucht kann man sich von einem der vielen Taxis zurück zum Parkplatz im Dorf Imbros bringen lassen. Tipp: Auf der Ladefläche eines Pickup macht die Fahrt nach oben richtig Spaß.
- Wirklich schön, wenn auch kein Geheimtipp, ist ein Ausflug zur Lasithi-Hochebene im Osten der Insel. Die alten Windmühlen, die urigen Dörfer, das satte Grün – all das lässt das Fotografenherz höher schlagen. Obwohl schon tausendfach abgelichtet, lassen sich immer wieder neue Perspektiven entdecken. Einen Tag Zeit sollte man sich schon nehmen, denn schon die Anfahrt ist sehenswert. Den Blick übers große Ganze bekommt man von der Zeus-Höhle in Psychro. Von dort habe ich ein kleines Freihand-Panorama geschossen, dass ich mit Photoshop problemlos zusammensetzen konnte.
- Ebenfalls schön anzusehen ist die Askifou-Hochebene, die auch Ziel diverser kommerzieller Fototouren mit Reisebussen ist. Wir haben allerdings auch nur für ein paar Schnappschüsse angehalten.
- Wer die Insel von Wasser aus fotografieren mag, kann entweder eine Schifffahrt buchen oder – viel schöner – selbst ein Boot mieten. Am Hafen von Bali bekommt man kleine 10-PS-Boote auch ohne Führerschein für 35 Euro in der Stunde. Der griechische Salat in der eigenen Gaststätte des Bootsverleihs gehört übrigens zu den größten, die wir auf Kreta entdeckt haben
- Ein fotografisches Highlight in den Nachmittags- und Abendstunden ist der venezianische Hafen von Chania. Konzentriert man sich ernsthaft aufs Fotografieren, unternehmen auch die Geschäftsleute keine Versuche, einem Schiffsfahrten, Souvenirs oder ein Essen aufzuschwatzen. Ist auch besser so, denn Nahrungsmittel in den Tavernen sind vergleichsweise teuer.
- Immer wieder drängen sich ührigens Stromleitungen ins Bild. Ich gebe zu, dass ich hier und da ein bisschen gestempelt habe, wenn es mich zu sehr gestört hat.
Donnerstag, 30. Juli 2009 0:51
Du fleissiger, umtriebiger Clumsy. Deine Fotos sind sehr schön und geben einen guten Eindruck wieder; wie schon erwähnt: reisenswert!